Weißrussische Dörfer
Auf dem Land in den Dörfern sind fast alle Gebäude
aus Holz gebaut. Viele Wege sind nicht geflastert oder
asphaltiert, sondern einfache Sandwege.
Friedhöfe und Kappellen befinden sich meistens am
Dorfrand. Hierbei fällt auf, daß nicht nur der
Friedhof von einer Mauer oder einem Zaun umgeben ist, sondern
daß jede Familiengrabstätte einzeln eingezänt
ist. Als Schutz vor Wölfen. wie es immerwieder als Antwort
nach dem Grund heißt. Die Grabsteine oder Kreuze zieren
häufig Photos der Verstorbenen. Am Todestag oder am
Volkstrauertag, der am Sonntag nach Ostern gefeiert wird,
trifft sich die Verwandschaft am Grab der Verstorbenen. Es wird
gemeinsam der Toten gedacht, gegessen und getrunken. Den Toten
wird ebenfalls etwas zu essen und trinken auf das Grab gelegt.
In einigen gegenden ist es Brauch, daß sich diese Gaben
die Armen und Bettler nehmen dürfen, wenn die
Verwandtschaft das Grab verlassen hat.
In den meisten Häusern ist der Platz sehr eng bemessen.
Früher teilten sich Großfamilien nur wenige Zimmer.
Heute sind viele der jüngeren Generation in die
Städte gezogen, um dort zu arbeiten, so daß auf den
Dörfern oft nur noch alte Menschen leben. Einige Orte sind
deshalb bereits ausgestorben.
Ein großer Ofen bildet das Zentrum des Hauses, und
heizt fast alle Schlaf- und Wohnräme. Doch dient der Ofen
nicht nur zum Heizen des Hauses, es wird in ihm auch gekocht
und gebacken. Auch befinden sich oft die Schlafstätten
befinden sich direkt neben oder auf dem Ofen.
Das Leben auf dem Dorf ist nicht einfach. Oft gibt es
keine Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe Lebensmittel
zu kaufen, oder das Geld reicht nicht. Aber fast jeder hat hier
jeder sein Stückchen Land, auf dem Lebensmittel, Obst,
Gemüse und Kartoffeln für den Winter angebaut werden.
Viele Kinder oder Enkel, die heute heute in der Stadt wohnen,
kommen zur Erntezeit im Herbst an den Wochenenden oder in den
Schulferien im Sommer häufig ins Dorf zurück, um beim
Ernten und Verarbeiten zu helfen. Denn auch in der Stadt ist es
teilweise schwer genügend Obst und Gemüse zu kaufen,
nicht weil es auf den Märkten keines gäbe, sondern,
weil das Geld knapp ist.
In vielen Dörfern und in den Städten durch
Folkloregruppen werden alte Traditionen, wie Gesang,
Volksschauspiel, Trachten und Festbräche
aufrechterhalten.
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